Freitag, 23. April 2010

Neue Möbel für das Oberstübchen

Sodele, seit zwei Wochen hat für mich ein neuer Lebensabschnitt angefangen, die ersten Schritte auf dem neuen Weg sind getan und es gefällt mir. Ich merke jedoch immer wieder, dass es mir manchmal noch nicht schnell genug geht und ich deswegen sehr ungeduldig werde. Dann muss ich mir immer wieder aufs Neue ins Gedächtnis rufen, dass Veränderungen nun mal Zeit brauchen und das es nicht immer Knall auf Fall geht.
Auf jeden Fall tut es gut und der angestaute Frust der letzten Monate ist spürbar geringer geworden. Mir wird klar, dass ich im momentanen Job in vielerlei Hinsicht stark unterfordert bin und es sieht nicht danach aus als würde sich das in naher oder ferner Zukunft ändern. Später mehr dazu.
Vorgestern hatte ich meinen zweiten Unterrichtsblock in meiner Weiterbildung zum Personalsachbearbeiter, es war eine Wonne wieder mal meinen Geist zu füttern, über komplexe Sachverhalte nachdenken zu müssen und sich mit den Tücken des Arbeitsrechtes zu befassen. Das Tempo ist ziemlich zackig und ehe man sich versieht sind die drei Stunden um und tritt, mit etwas was ich den Gehirnmuskelkater nenne, den Heimweg an. Es ist noch ein langer Weg bis Abschlussprüfung, was mir dann nicht nur ein Zertifikat von der Schule einbringt sondern auch noch eine Anerkennung auf eidgenössischer Ebene. Aber eben, bis dahin ist es noch ein weiter Weg, doch ich bin zuversichtlich.
Beruflich wird sich vielleicht auch noch etwas ändern, ich habe den ersten Stellenvermittler kontaktiert und meine Unterlagen bei ihm aktualisiert und auch selber werde ich ab jetzt die Augen offen halten. Auch das wird wahrscheinlich nicht über Nacht geschehen, aber auch hier habe ich das nötige Vertrauen und die Zuversicht, dass das schon gut gehen wird.

Montag, 19. April 2010

Wenn die Dinge sich verkomplizieren

Es begann als schleichender Prozess, die gemeinsamen Ausflüge wurden seltener, ebenso die Anrufe, bis das Ganze letztendlich vollkommen versandete. Und jetzt? Seit einigen Wochen brüte ich nun vor mich hin, denke nach und versuche Antworten zu finden, Antworten für das Warum, das Wieso und Weshalb. Eine Freundschaft mit einem befreundeten Pärchen, die nun schon seit über zehn Jahren anhält, ist seit gut einem Jahr an einem toten Punkt angelangt, nichts bewegt sich mehr und Besuche gleichen der Begehungen eines Minenfeldes, jedes Wort muss auf die Goldwaage, jeder Einwand ein Abschätzen ob der Verträglichkeit beim Gegenüber. Das war auch mal anders und ebenso, dass man sich irgendwie noch was zu sagen hatte, man redete miteinander und tauschte sich aus. Doch auch das gehört mittlerweile der Vergangenheit an, stattdessen verbarrikadieren sich die beiden regelrecht in ihrer Bude, sind kaum noch aus dem Haus, resp. aus dem Quartier zu kriegen und pflegen kaum noch ihre Freundschaften. Versucht man jedoch unverbindlich frischen Wind reinzubringen, etwas zusammen zu unternehmen kriegt man seit Jahren schon die gleiche Antwort. Man sei zu müde vom Arbeiten.
Jetzt mal ganz ehrlich, ich habe drei Jahre im Verkauf von Morgens bis Abens und an Wochenenden gearbeitet, ich weiss was es heisst und der Job ist ganz schön hart. Nichtdestotrotz war ich selten zu müde um die Menschen zu sehen, wenn auch nur kurz, die mir etwas bedeuten, ich war nicht zu müde um zu Leben. Das ist sehr frustrierend und da stehe ich nicht alleine da, viele Leute haben sie im Grunde schon abgeschrieben und nur noch wenige sehen sie überhaupt noch regelmässig.
Ich weiss nicht, habe ich ein Problem mit "Veränderungen" im Sinne von Stagnation, Passivität und Abschottung? Ja, diesem Fall schon, denn ich finde es sehr verletzend und traurig wie lieblos und gleichgültig die beiden mit ihren langjährigen Freunden teilweise umgehen.
Wie schon gesagt, in mir brodelt es schon länger, da nichts mehr offen gesagt werden kann ohne das einer von beiden tödlich beleidigt ist. Ein Ausbruch dieser Art wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, irgendwann wäre ich explodiert und hätte klar Schiff gemacht, aber nun verkompliziert sich auch das. Zum einen sind die beiden verzogen, ich weiss bis Heute nicht wohin, klar könnte ich es rausfinden, aber nach über 10 Jahren Freundschaft nicht mal ein Kärtchen, ein Anruf oder wenigstens eine SMS mit der neuen Adresse. Zu allem Überfluss ist bei den beiden nun auch ein Kind auf der Welt, nicht das ich das ihnen in irgendeiner Weise missgönnen würde, aber es macht die Dinge noch komplizierter und ich krieg nen richtig dicken Hals.
Wie unschwer zu erkennen beschäftigt mich die Sache enorm, was einfach daran liegt, dass es eine alte Freundschaft ist und mir bis vor kurzem eine Menge bedeutet hat. Jetzt allerdings nicht mehr, weshalb ich beschlossen habe einem mir erteilten Rat zu folgen und mich bis auf weiteres auszuklinken. Kommt Zeit, kommt Rat.

Freundschaft ist nun mal ein Geschenk, etwas was nicht erzwungen werden und was man nicht einfordern kann.