Montag, 7. Dezember 2009

Minarettverbote, Schweinegrippe - oder was die Welt sonst nicht braucht.

Sodele, der Skandal war ja letzte Woche perfekt, die Volksinitiative gegen den Neubau von Minaretten wurde entgegen aller Erwartungen mit 57% Ja-Stimmen, bei einer durchschnittlichen Stimmbeteiligung von 53%, angenommen. Das reichte aus um die mediale Panikmache in Sachen Schweinegrippe mal vorläufig zum Verstummen zu bringen, man hatte herausgefunden, das weit über 80% der Bevölkerung keinerlei Absichten hegen sich dagegen impfen zu lasen, wo man doch extra den Impfstoff gleich tonnenweise eingekauft hatte. Wie dem auch sei, die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten, sowohl im In- wie Ausland. Als erste Folge hat Lybien die beiden festgehaltenen Schweizer Geiseln, zeitlich sehr passend, zu hohen Hafstrafen wegen Visavergehen verurteilt. Doch zu Lybien und vor allem Gaddafi haben wir ja schon seit dem Sommer 2008, als dessen Sohn Hannibal und dessen Frau für zwei Tage in Genf in Untersuchungshaft landeten, ein etwas angespanntes Verhältnis. Auch zur Türkei haben wir vor allem was die Kurden und den Genozid an den Armeniern anbelangt eine eher schwierige Beziehung, so war es für mich auch nicht verwunderlich das wir in den Augen Erdogans der Schandfleck Europas sind. Allerdings könnte man hier dem türkischen gleich einen Konter bieten, die Christen werden in der Türkei auch nicht gerade besonders gut behandelt und mit den Menschenrechten nimmt mans dort ja auch nicht immer so genau, wer also im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.
Wie gesagt auch im Inland gab es Reaktionen, Polemik von Links nach rechts, ich will davon gar nichts wiedergeben, es zum Lesen zu Schade. Vereinzelt melden sich kritische Stimmen im Lager der Initiativegegnern zu Wort, das man blauäugig war und darauf vertraute, dass das Volk schon richtig stimmen würde und deshalb fast keinen Abstimmungskampf gemacht hätte ausser Wahlplakate zu verbieten. Auch gemässigte Muslime wie Alaa Al-Aswani sind eher der Meinung, dass auch von eigener Seite her viele Fehler gemacht oder wichtige Dinge unterlassen wurden, so dass man nicht per se die gesamte Schweiz zu einem xenophoben Rassistenstaat stempeln kann. Soweit zu den kritischen Stimmen, aber jetzt kommen Vorschläge die einen Demokraten das nackte Gruseln bescheren. Es begann schon mit Attacken auf die Volksinitiativen im Frühjahr diesen Jahres, nun sollen allerdings auch Volksinitiativen für Ungültig erklärt werden können sofern sie sich gegen das Völkerrecht verstösst. An sich ein guter Gedanke, aber wie in vielen Dingen ist der Fall nicht immer ganz klar, somit hätte man im Zweifelsfall auch ein Werkzeug in der Hand um unliebsame Abstimmungsergebnisse zu "korrigieren" (Anmerkung zum Link: der Blogschreiber ist sehr parteiisch und neigt zu gewisser Polemik, doch die Grundaussage ist soweit ganz korrekt) so wie das jetzt der Fall ist. Hier jedoch hört die Demokratie auf, jedenfalls nach meinem Verständnis, ich bin mit dem Ergebnis ja auch nicht zufrieden, aber etwas gegen den Volkswillen zu erzwingen ist sonst nur der schlechte Stil von Bananenrepubliken und Diktaturen. Ich sehe das Abstimmungsergebnis auch als Chance, weil man jetzt wieder über die gescheiterte Migrationspolitik spricht, über das Problem der Integration dieser Menschen in unsere Gesellschaft, über den Einfluss von Hasspredigern, radikalen Imamen und den Einfluss der Wahabiten in europäischen Moscheen. Die Veränderung kann man nicht erzwingen, aber man kann mit den Leuten reden und ich denke das Abstimmungsergebnis spiegelt auch eine gewisse Angst hierzulande wider, die zunehmende Gettoisierung und die Bildung von Parallelgesellschaften, das Gefühl im eigenen Land in der Fremde zu sein. Die Leute haben Angst und wer Angst hat glaubt eher den Scharfmachern und wenn diese Ängste heruntergespielt oder nicht ernstgenommen werden, dann ist es nicht mehr weit bis zum Pulverfass im Herzen Europas.


Dienstag, 24. November 2009

Lebensupdate im November

Sodele, da bin ich wieder! Der Bürostress hat mich immer noch fest im Griff, ich weiss manchmal kaum noch wo mir der Kopf steht, und das Jahr ist auch schon fast wieder um. Es ist kaum zu glauben wie die Zeit vergeht, aber sie schreitet voran und das unaufhaltsam.
Auch im und um das Haus sieht man die Spuren dieses Jahres, ein Jahr der Bastler und Handwerker, denn soviel wurde verändert. Im Zugangsbereich zum Haus wurde ein Tor eingebaut, im Eingang stehen neue Briefkästen, im Haus selber wurden die Abwasserleitungen erneuert, die Balkonbrüstung mit einem Geländer versehen und so erhöht um die Bauvorschriften einzuhalten und nun zu guter Letzt werden die Trinkwasserleitungen saniert. Wie schon von der Hausverwaltung angekündigt führt das zu einigen Unanehmlichkeiten, am Montag vor einer Woche wurde zum Beispiel bis Abends um sechs das Wasser abgestellt um die Arbeiten an den Rohren vornehmen zu können und uns stehen noch drei solcher wasserfreier Tage bevor. Zu allem Überfluss haben wir seit gestern heisses "Mischwasser", da die Anschlüsse für das Kaltwasser saniert werden, das heisst mitunter auch kein Wasser für die Klospülung. Gespült wird seither nach dem Geschäft per Eimer und der muss wirklich randvoll sein um die ganze Bescherung in den Siphon zu drücken, auch die Gerüche die beim Aufeinandertreffen von heissem Wasser und ehemaligen, festen Körperinhalten entstehen sind nicht gerade wohltuend für die Nase.
Für meine Nachbarin hingegen war der gestrige Tag mehr oder weniger zuviel des Guten. Sie kam frisch operiert nach Hause, der künstliche Darmausgang ist jetzt wieder weg und nun nur Heisswasser zur Körperpflege. Das war nach dem ganzen Krebsbehandlungsmarathon einfach zuviel für sie. Aber zum Glück ist unser Hausverwalter wirklich für seine Mieter da, oder kennt ihr jemanden der noch um neun Uhr zu seinem Wohnblock rausfährt um für eine Mieterin am Wasserverteiler rumzuwerkeln bis das Wasser eine erträgliche Temperatur hat? Wirklich Hut ab vor dieser nicht alltäglichen Geste.

Sonntag, 15. November 2009

Durch Regen und Schlamm

Seit einigen Stunden bin ich wieder in meinen heimischen vier Wänden, meine Schuhe sind verdreckt, ebenso meine Hosen und ich stinke wie eine alte Rauchwurst die sich im Stroh gewälzt hat. Nichtdestotrotz war es ein erfülltes, mildes Wochenende im November.
Den Anfang machten wir in einem typischen Dorfrestaurant in der Ostschweiz, hübsche Bedienung und dazu gutes und vor allem reichliches Essen vom Schwein. Hätte man nicht aufgepasst, man wäre sicherlich Gefahr gelaufen zu platzen.
Nach diesem reichhaltigem Gelage ergriffen wir wohlgemästet und mit Bier gar wohl getränkt unser Gepäck, Rucksack und Penntüte, um zu unserer Unterkunft etwas weiter weg vom Dorf zu pilgern. Es dunkel, etwas regnerisch und der Weg eine einzige Schlammpiste mit akuter Rutschgefahr. Dummerweise ging kein Hinweis wegen passendem Schuhwerk raus, so kam es, dass ich den hungrigen Schlamm beinahe im Besitz meiner Schuhe lassen musste.
Schliesslich jedoch schafften wir es zur Scheune, weitab von jeglicher Menschenseele und mit einem Gasbrenner wurde klatschnasses Holz in ein schönes, warmes Feuer verwandelt.
Auch wenn die Novembernacht sehr mild war, trotzdem das sie sternenklar war, wurde es langsam aber sicher ziemlich kalt.
Dann kam der Höhepunkt des Abends, der Sumbel im grossen Kreis, eines der ersten Sumbel nach eher traditionellem Vorbild das ich miterleben durfte. Allein dank des urtühmlichen Dialekts des Sumbelleiters (Zii, Wuter, Tonner/ Ziu, Wotan, Donar) war die Einleitung schon allein ein Erlebnis und dann die Stimmung: in der Ferne donnert der Bach, die Hitze des riesigen Feuers und die sternklare Nacht. Ein Augenblick totaler Vollkommenheit.
Danach widmeten sich vor allem die Männer der Trychel und veranstalteten mit lautem Gebimmel und dem dazugehörigen Urschreien ein höllisch, archaisches Spektakel.
Es wurde fünf Uhr morgens bis ich mich im Stroh zu Ruhe legen konnte, allerdings nur um dann zwei Stunden später vom besoffenen Rest mit lautem Getrychel wieder geweckt zu werden.
Aber alles in Allem ein schönes Erlebnis und ein gelungenes Wochenende.

Sonntag, 8. November 2009

Nachtrag zu einfach nur Dumm

Es gibt Sachen die sind wirklich nur als Dumm zu bezeichnen, doch es gibt noch Steigerungen. Ein gewisser Semael Nahash genannt Samael oder auch Sammy, hatte vor einiger Zeit die Frechheit zu behaupten, dass die Musikseite Aryanmusic keinen rechtsextremen Hintergrund hatte. Dies war nur der Auftakt zu einer regelrechten Kommentarschlacht, nebenbei gesagt: ich habe mich königlich amüsiert, wo der Herr Samael eine recht unglückliche Figur machte. Irgendwann gingen ihm die Argumente aus und als er dann noch schliesslich der Lüge überführt wurde war Schluss mit Lustig. Nun möchte ich nochmals nachdoppeln mit einem netten Eintrag eines Herrn Fisherman im Gästebuchbereich. Dieser Herr Fisherman erwähnt eine top88site (was leider keine Flirtvermittlung für rüstige Rentner ist, sondern eine Linksammlung für Neonazis), über die er auf die Seite gefunden hat. Gleichzeitig führt der Herr ein Porträt von dem Herrn Schickelgruber und Hakenkreuz im Avatarfeld. Als ob das nicht schon genug wäre prangt gleich daneben ein Banner von 88topsites....Und dann noch zu behaupten, dass man weder rechtsextrem, noch Neonazi wäre oder die andere unglaubwürdige Erklärung mit der Namensfusion, das ist einfach nur dummdreist.

Da fragte ich mich aufs Neue, wie dumm sind eigentlich Nazitrus, ist da jegliche Hirnmasse verlorengegangen? Soviel zur Herrenrasse.

Montag, 2. November 2009

Unruhige Unruhestifter stiften ordentlich Unruhe

Vor einiger Zeit ist er wieder aufgeschlagen, aus der Versenkung aufgetaucht wie ein Ding aus einer anderen Welt oder das Ding aus dem Sumpf? Egal, auf jeden Fall ein Zeitgenosse mit dem verwesenden Charmes eines feuchten Darmwindes, wo er auftaucht geht jeder weg der diese Anwesenheit nicht schätzt, denn er ist leider sesshaft. Doch, oh Graus, er kommt meist nicht alleine, denn in seinem Fahrwasser finden sich viele gar merkwürdige Gesellen, seien egomanische Phrasendrescher, rechtsextreme Schwulenhasser, narzistische Neonazis mit grausamem Hang zur Selbstüberschätzung und viele mehr, der reinste Wanderzirkus mit einer Menagerie gar kurioser Gestalten.

Verwundert es, dass aus diesem Grunde einige den Weg des virtuellen Harakiris gewählt haben um ihm fernbleiben zu können. Leute die es einfach müde und leid sind sich mit ihm zu beschäftigen, abzugeben oder für ihn als seelische Müllkippe herhalten zu müssen. Am Anfang hat man vielleicht noch Mitleid, aber noch der x-ten Suizidankündigung wirds langsam unglaubwürdig. Glaubwürdig wird nur eines, dieser Mann braucht dringend professionelle Hilfe.

Man mag sich jetzt fragen, was soll das Gelaber, all dies Blah und Sülz, auch wenn es dem Ding aus dem Sumpf, dem virtuellen Ephialtes nicht zu Ruhme gereicht so hat er doch dann wieder das Gefühl Aufmerksamkeit zu kriegen. Das mag sein, aber momentan holt er die hauptsächlich an einem anderen Ort ab, aber auch dort kommen die Leute irgendwann dahinter mit wem sie es zu tun haben. Ich habe mich aus gutem Grund von diesem schauerlichen Spektakel zurückgezogen, zum einen will ich mit dem Herrn nichts zu tun haben und zum zweiten kann er so nicht wieder wie so oft behaupten ich hätte alle gegen ihn aufgehetzt, wenn er es mit seiner üblichen Masche wieder mit den Leuten voll verbockt hat.