Dienstag, 31. März 2009

Unterste Schublade

Es gibt Menschen, die halten sich für sehr gross unangreifbar und wahnsinnig toll. Sie lieben es andere an ihren Schwächen zu packen und niederzumachen, es scheint für sie wie ein Sport zu sein.

Über einen solchen bin ich gerade letzthin wieder gestolpert, einen alten Bekannten sozusagen, eine Person die obengenannte Eigenschaften besitzt und dazu auch noch nicht loslassen kann.
Wie eine vom Leben verbitterte, rasende Furie hackt er auf diejenigen ein die nicht in sein Weltbild passen und das ohne Unterlass. Subtil, gemein und niederträchtig lässt er kaum eine Bosheit aus um diese Menschen zu demütigen und zu diskreditieren.
Hinter einem augenscheinlich harmlosen Artikel über Übergewicht im Alter hat er subtil ein ganzes Arsenal von Spitzen gegen eine ehemals mit ihm befreundete Person untergebracht, die es irgendwann gewagt hatte nicht mehr nach seiner Pfeife zu tanzen. Andernorts, wo nicht soviele Zuschauer zugegen waren, titulierte er sie auch offen als dicke dumme Frau.
Wie klein und erbärmlich muss man sein um einen Menschen, mit dem man Ärger hatte, derart herabzuwürdigen? Gut, ich habe auch meine Feinde, aber es gibt Anstandsgrenzen welche nicht mal ich überschreite, so verachtenswert ein Mensch in meinen Augen auch ist.
Ist sowas schlicht Besessenheit, weil man sonst keinen Lebensinhalt hat als andere zu triezen und ihnen die Würde zu nehmen? Oder weil man ein einsamer alter Mann irgendwo in den Abruzzen ist, den keiner mag?

Auch für mich hat er nicht sehr schmeichhafte Worte gefunden, aber ich habe seine zutiefst beleidigenden Äusserungen nicht angenommen, das sind Geschenke die ich mit Dank wieder zurückgebe, zusammen mit einer Portion Mitleid. Darum werde ich auf dieses Sache auch nicht weiter eingehen, da jedes weitere Wort nur verschwendete Zeit und Energie wäre.

Es sind solche Menschen jedoch, die in mir Mitleid erregen, tiefes und absolut ehrlich empfundenes Mitleid, weil sie blind um sich schlagen und dann eines Tages aufwachen und ganz alleine sind. Wie traurig solche Schicksale sind habe ich selber während meiner Zeit im Altenheim gesehen.

Donnerstag, 26. März 2009

Party`s over - Übernahmeversuch Zentralrat der Heiden

Auf dem Internet gibts nichts was es nicht gibt, ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich gestern im ZdH lesen musste, dass da jemand KK-Anträge für zwei Domains des Admins gestellt hat. Domains die der Admin des Zentralrates in weiser Voraussicht registrieren liess um gewissen Herren aus dem braunen Spektrum ein Schnippchen zu schlagen. Kurz nach dieser Aktion meldete sich der neueingetragene "Domaininhaber", ein gewisser Herr Matthias Mönch im Thread und versuchte die Wogen zu glätten indem er es als ein mögliches Versehen darstellte. Da der gute Mann jedoch einen gewissen Ruf hat im Internet, einfach mal googeln oder mal hier gucken für den Anfang, blieb ich skeptisch und auch seine Aussage, dass dies auf Anweisung eines Klienten aus dem linksextremen Spektrum geschah konnte mein Misstrauen und das vieler anderer nicht mindern. Zu gut sind uns noch gewisse Episoden in Erinnerung, man denke an dieses braune Asatruforum von damals, wo Herr Mönch auch drin verstrickt war. Es war jedoch nicht dieser Fakt alleine der uns zweifeln liess, nein, den die unter den beiden Domains gehosteten Seiten waren ganz klar antifaschistisch, ausserdem findet man jetzt nach der Übernahme komischerweise viel rechtsextremes Zeug dort. Das ist mehr als nur dubios.

Aber seit gestern Nacht wurde von gleicher Seite die gleiche Masche mit der Domain zentralrat-der-heiden.de abgezogen, welche die Aktion des Herrn Mönch im Thread bewirken sollte und eine Worte, zusammen mit den anderen Tatsachen, Lügen straft. Auf jeden Fall hat Custos nach eigenen Angaben Anzeige erstattet und ich kann jedem empfehlen das gleiche zu tun.
Gebt Domaingrabbern und virtuellen Dieben keine Chance!

Ich empfehle ausserdem noch zur Lektüre:

Domainklau


Erneuter Übernahmeversuch der Domain des Zentralrats der Heiden!

Montag, 23. März 2009

Tage wie dieser

Der Wecker klingelt, leider etwas früh, man steht auf, zieht sich an. Soweit so gut.

Man geht zur Tür hinaus, gerade rechtzeitig um den Bus türmen zu sehen. Also Tür wieder auf, schliesslich muss man auf den nächsten eine halbe Stunde warten. Soweit so gut.

Etwas mehr als eine Stunde später ist die morgendliche Pilgerreise zum Büro geschafft, man fährt nach einwöchiger Abwesenheit den Rechner hoch in gespannter Erwartung was die Mailbox für einen bereithält. Bis alles geladen wurde wirft man die Kaffeemaschine an und lässt sich von den Wundern Kaffeekapselnindustrie verwöhnen. Soweit so gut.

Eine Viertelstunde später hat der altersschwache Rechner endlich seinen morgendlichen Zweikampf mit den zahlreichen Tücken des "Betriebssystems" aus dem Hause in Redmond hinter sich gebracht und die Mails wurden heruntergeladen. Soweit so gut.

Schritt für Schritt arbeite ich die Mails ab, die Menge ist halb so wild, man rechnet für gewöhnlich mit mehr, aber es ist ja die grosse Krise ausgebrochen (Wer fängt die eigentlich wieder ein?). Dann passiert es, Schlag auf Schlag. Die Tasse mit dem immer noch heissen Kaffee gerät ob des Inhaltes eines Mails, naja eigentlich eher wegen einer damit verbundenen Geschichte in bedrohliche Schieflage. Alle Rettungsversuche scheitern, der Kaffee setzt zur Landung an. Jetzt ists nicht mehr gut.

Oberbekleidung eingesaut, die Farbe bringt den Kaffee auf ihr so richtig zur Geltung, Rechner voll, Pult voll Kaffee und einer wichtigen Sache wurde in meiner Abwesenheit keine Sorge getragen. Ist es nicht schön am Montag Morgen und vor allem nach dem Urlaub wieder im Büro zu sein?

Sonntag, 22. März 2009

Der Skandal in Zentraleuropa

Der Alpenstaat inmitten Europas ist und war seit je her, verglichen mit seinen Nachbarn, ein Skandal. Wie ein trotziges Kind, das inmitten seiner Nachbarn seiner Nachbarn unbeirrt seinen eigenen Weg geht. Vielen ist und war das ein Dorn im Auge, sei es das die Schweiz Mitte des 19. Jahrhunderts wegen seines liberalen Regierungssystems erfolgreich den autoritären Regimen um sich herum vormachte wie ein Land von seinen Bürgern selber verwaltet wird, viele Freiheiten gewährt und auch stabil bleiben kann. Natürlich spielten auch Dinge wie die Sache mit Neuenburg eine Rolle, als Preussen offen vor den Kopf gestossen wurde und sogar Krieg drohte, als Frankreich erfolglos verlangte, dass ihren Oppositionellen kein politisches Asyl in der Schweiz gewährt werden soll, stets stellte sich die Alpenrepublik quer und berief sich auf die Prinzipien der Freiheit. Heutzutage sind es andere Geschichten die unsere Nachbarn zur Weissglut bringen, sei es das der EU-Beitritt ständig am mangelenden Volksmehr scheitert oder das Bankgeheimnis. vor allem letzteres belastet momentan die Beziehungen zu Deutschland sehr, vor allem als auf Herrn Steinbrücks Äusserungen eine erheiternde Fotomontage auf dem Internet zu kursieren begann. Darauf abgebildet sind General Stonebridge, als Offizier der US-Kavallerie und Bilder von unseren sieben Magistraten als Indianer. Naja, eine hiesige Pendlerzeitung bezeichnet ihn jetzt schon bereits als den "hässlichen Deutschen", der sozusagen alle Vorurteile der Schweizer gegenüber den Deutschen bedient. Noch wird gelacht, aber mal gucken wie sich das weiterentwickelt.

Aber zurück zum Skandalfleck in Europa, rundherum grassierte die Monarchie und Unterdrückung, doch im Herzen Europas besann man sich auf den Gedanken, der diesen losen Staatenbund seit jeher zusammenhielt, der Wille frei zu sein und selber über das eigene Geschick bestimmen zu dürfen. Doch der Staatenbund war schon seit 1798 mit dem Einmarsch der Franzosen überholt, keine einheitliche Gegenwehr, Handlungsunfähigkeit der Tagsatzung und es war geschehen. Doch in den folgenden Jahren kam das Land nicht zur Ruhe, immer wieder flackerten Revolten auf und die von den Franzosen eingesetzte Helvetische Republik war nur von kurzer Dauer und genau so machtlos wie die Tagsatzung zuvor, ausserdem zeigte sie deutlich, dass die Schweiz unmöglich zentralistisch zu regieren ist. Dies wurde natürlich auch Napoleon klar, auch wenn er den Schweizern deutlich vor Augen führte, dass sie militärisch allein von der Masse her im Nachtei seien, und man kehrte zurück zum Status Quo, man konnte sich wohl nicht mit dem Gedanken anfreunden bei jeder Revolte wieder Truppen zur Niederschlagung in die Alpen schicken zu müssen. Das Experiment Zentralismus in den Alpen war somit endgültig gescheitert. Doch die grossen Umwälzungen sollten erst noch folgen, nach der Restauration des Ancien Régimes, der Phase der Regeneration, bis zum Sonderbundskrieg, dem letzten Bürgerkrieg und letzten grösseren Kampfhandlungen auf Schweizer Boden.
In den 1830ern, als Europa wieder von einer neuen Welle der Revolutionen heimgesucht wurde, kam es auch hierzulande dazu, dass bewaffnete Mobs durch die Strassen zogen und die Ideen der Volkssouveränität, Säkularismus und Pressefreiheit neuen Aufschwung erhielten. Ich für meinen Teil würde sagen, dass bereits hier der Grundstein für den zukünftigen Bundesstaat gelegt wurde, denn im Gegensatz zum Ausland wurden diese Ideen hier in der Bundesverfassung von 1848 verwirklicht. Naja, eben wegen dieser umgesetzten liberalen Ideen war der erste Skandal geboren, kein Staatsoberhaupt, die Macht beim Volk, die Regierung organisiert wie eine Verwaltung, die anständig um Erlaubnis fragen muss bevor sie grundlegende Dinge ändert, viel Eigenständigkeit und viel Verantwortung für den einzelnen Bürger. Hat bis jetzt zumindest gut funktioniert, auch wenn es bis in die 70er Jahre gedauert hat bis auch Frauen das aktive und passive Wahlrecht auf allen Ebenen erhielten.
Und dann war da noch die Sache mit Neuenburg, nur acht Jahre nach der Gründung des Bundesstaates putschten die örtlichen Royalisten gegen die Republik Neuenburg, denn nominell gehörte Neuenburg immer noch dem Hause Hohenzollern und war somit sowohl preussisch wie auch ein Teil des Schweizer Bundesstaates. Das konnte nicht auf Dauer gutgehen. Jedenfalls wurde die Revolte niedergeschlagen und die Putschisten inhaftiert. Die Forderungen des preussischen Königs diese wieder freizulassen oder sie gar zu amnestieren wurden vom jungen Bundesstaat abschlägig beschieden und so bereiteten sich beide Seiten auf einen bewaffneten Konflikt vor. Wahrscheinlich wäre die junge Republik den Preussen hoffnungslos unterlegen gewesen, doch das die Art wie man sich selbstbewusst einer europäischen Grossmacht widersetzte ist bewundernswert. Zum Glück jedoch ging die Sache glimpflich aus, Napoleon III griff vermittelnd ein und erreichte den Verzicht Preussens auf das ehemalige Fürstentum Neuenburg. Nun, man muss dazu noch anmerken, dass beim französischen Kaiser nicht nur strategische Punkte eine Rolle gespielt haben können, denn er hatte seine Jugend in der Schweiz verbracht, war seit 1832 Schweizer Staatsbürger ehrenhalber und auch dass ihm die Eidgenossen 1837 die Stange gehalten hatten und sich weigerten, trotz Kriegsdrohungen Frankreichs, ihn auszuliefern. Vielleicht ein paar Punkte die ihn möglicherweise auch dazu bewogen haben hier einzuschreiten. Der erste aussenpolitische Konflikt war somit ausgestanden, weitere sollten folgen, man brachte bis Heute immer wieder autoritäre Landesväter und Führerfiguren zum Schäumen. Seien es nun Hitler, Gadaffi oder den Herrn Steinbrück, wobei ich letzteren nicht mit den beiden vorgenannten gleichstellen möchte, sowas hat auch er bei weitem nicht verdient.

Es ist schon interessant wie sich hier die Ideen der Volksherrschaft durchsetzen konnten und wie sich hier das Verhältnis der Bevölkerung zur eigenen Regierung entwickelt hat. Vor allem, dass das Land schlussendlich trotz sozialer Brennpunkte stabil blieb, denn zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Schweiz das Armenhaus von Europa. Wenn man sich Fotos aus der damaligen Zeit anschaut drängen sich Assoziationen mit der dritten Welt auf. Magere Gestalten, in ärmlicher Kleidung und eingefallenen Gesichtern dominieren die ländlichen Szenen. Bäuerinnen und Bauern, die wie Heute Menschen in der dritten Welt, Lasten auf dem Kopf tragen, Alkoholismus und Arbeiterelend, bettelnde Landbevölkerung vor damaligen Touristen, all das ist kaum Hundert Jahre her. Romantisch verklärte Vaterlandsliebe, Nationalismus, faschistische Tendenzen, ja auch das hat es gegeben, doch auch darüber ist man mittlerweile geistig hinweggekommen, auch wenn das Anfang der Neunziger zu einer regelrechten Identitätskrise führte und von wirtschaftlichen Krisen begleitet wurde. Doch Krisen sind nun mal Prüfsteine und dazu da, dass man sie überwindet und vorwärtsschaut, da geht es allen gleich. Die Krise mit der eigenen Identität, der Wandel von "la Suisse n`existe plus" zum neuen Selbstbewusstsein scheint langsam in der letzten Phase angekommen zu sein, auch wenn hierzulande auch schon wieder die nächste Rezession dämmert, das Leben geht weiter. Alles Jammern nützt nichts und hat noch nie genutzt, Ärmel hochkrempeln und halt eine zeitlang untendurch.

Dienstag, 10. März 2009

Besucher, Gastrecht und anderes

Dieses Wochenende werde ich das erste Mal eine grössere Zahl von Gästen beherbergen, ein Abendessen ist geplant, Stadtrundgänge und Einkaufstouren stehen auch zur Debatte. Unser Chemiker bringt mir einen guten Liter Korrosionsschutz mit. Meinen Anderthalbhänder und die 9mm wirds freuen. Es wird sicherlich auch ein anstrengendes Wochenende, aber ich werde es geniessen und die Woche drauf in meinem ersten richtigen Urlaub seit 2005 mal etwas die Seele baumeln lassen. Diesmal mit weniger Sorgen wegen dem nächsten Monat, einfach mal wieder etwas zur Ruhe kommen.

Im weiten Feld der Politik

Interessantes ergibt sich momentan in der Politik, die unheilige Allianz zwischen Grünen und Volkspartei geht nach der letztjährigen Bodigung des Rüstungsprogrammes in eine neue Runde. Keine Finanzierung von Boni für Versager lautet die Parole und sowohl Volkspartei, Sozialisten und Grüne üben sich im Schulterschluss. Ich glaube unsereVolksvertreter waren sich selten so einig, es ist schon fast unheimlich wie ein Thema die ideologischen Gräben zuschütten kann.

Die Arbeit, das Geld und das Glück

Momentan darf ich mich nicht beschweren, immerhin habe ich noch einen Job. Die Branche meiner Firma kriselt jedoch stark und eine Erholung ist erst in zwei bis drei Jahren in Sicht. Zwar läuft der erste Auftrag für die Solarindustrie, dennoch bleibt die Situation angespannt. Noch ist kein Ende in Sicht.

So habe ich mich wieder mal mit dem Arbeitsrecht beschäftigt und festgestellt, dass wenn ich nun innerhalb der nächsten drei Monate aus wirtschaftlichen Gründen meine Stelle verlieren würde, habe ich wieder Anspruch auf Geld aus der Arbeitslosenversicherung. Immerhin etwas, das sah vor einem halben Jahr noch ganz anders aus.

Nichtdestotrotz schaue ich mich momentan nach neuen beruflichen Entwicklungschancen um, neuer Job, neue Leute, neues Glück. Krisen sind auch immer wieder Chancen festgefügte Denkmodelle über den Haufen zu werfen oder um etwas neues zu starten.