Donnerstag, 27. November 2008

Es ist soweit

Diesen Samstag gebe ich meinen Spielleiterposten ab, mehr als Anderthalb Jahre am Stück habe ich nun unsere Spielergruppe durch die weiten Aventuriens geführt, an verwunschene Orte, wider die Diener des Namenlosen und durch die Schlangengruben der Geheimgesellschaften und die Intrigen des mittelreichischen Adels. Nun ist es an der Zeit den Platz zu räumen, denn mich dürstet es danach wieder Spieler zu sein.

Meine Entscheidung bezüglich der Charakterwahl ist gefallen, mein Geweihter wird zu Rondras Ehren und zur Wahrung der zwölfgöttlichen Ordnung antreten. Dürfte interessant werden, vor allem wenn man die aktuelle Gruppenzusammenstellung ansieht.

Da wäre zum einen der "etwas" kriminelle Ex-Tempelgardist, das dürfte zu Beginn für etwas Zündstoff sorgen, je nach dem was er meinem Charakter für eine Geschichte auftischt.
Dann wäre da noch der liebfeldische Vagabund der, trotz seines höfischen Gehabes, ein mehr oder weniger phexgefälliger Dieb ist, aber das dürfte weniger Konfliktpotential beinalten. Mit dem Alchemisten dürfte er sich hingegen gut verstehen, da dieser ein hesinde- und nandusgefälliger Gelehrter ist, auch wenn hin und wieder seine thorwalschen Wurzeln mit ihm durchgehen. Hm und mit dem Krieger dürfte es auch keine Probleme geben, auch wenn der leider so intelligent ist wie ein Nachttopf und Denken als anstrengende Schwerstarbeit bezeichnet.
Alles in allem eher unproblematisch, schwierig dürfte es nur mit den sehr lockeren Moralbegriffen der Gruppe geben, sprich mit ihrer Angewohnheit eher unehrenhaft zu kämpfen und das bezwungene Gegner immer wieder über die Klinge springen müssen. Aber das wird sehr interessant das auszuspielen.

Aber für den Charakter muss ich wohl morgen Abend noch schnell über die Bücher, nochmal die Regeln kurz studieren und den allgemeinen Hintergrund studieren, die göttlichen Gebote, ect.
Das wird zwar nicht mehr als ein Auffrischen sein, aber ich will bei Gelegenheit mal gucken wohin ich ihn noch weiterentwickeln kann.

Dienstag, 25. November 2008

Kleine Rückmeldung

Hallo zusammen, Berichte über mein vorzeitiges Ableben sind stark übertrieben. Ich bin immer noch da, mit dem Vorsatz hier einige Stöckchen und andere Awards aufzuarbeiten.
Die letzten paar Wochen waren sehr anstrengend, da musste ich mir gewisse Freiräume schaffen und auch einfach mal raus gehen, denn schliesslich ist man auch nur ein Mensch.
Es war eine Zeit der inneren Einkehr, ich habe viele Kontakte schleifen lassen und mich zurückgezogen, aber es war auch dringend nötig. Ich weiss, dass einige körperliche Beschwerden, die ich in letzter Zeit hatte einen psychosomatischen Hintergrund haben und ich wusste, wenn ich rausfinden will was los ist, muss ich jeglichen äusseren Einfluss oder Ablenkung auf ein absolutes Minimum reduzieren. Mit sich selbst allein sein können und mit sich selbst konfrontiert werden, so bringe ich Ordnung in das Chaos und habe dadurch die Wurzel des Übels gefunden, dass mich plagt. Jetzt kann ich Gegensteuer geben und schon einen ersten Erfolg verbuchen, die Beschwerden werden schwächer und der Körper reguliert sich wieder langsam in Richtung Normalzustand.

So denn, back to life.

Freitag, 21. November 2008

Momentan etwas abwesend

Ja, tut mir leid, momentan bin ich hier nur noch selten aktiv da mich das reale Leben momentan sehr intensiv in Anspruch nimmt. Ich weiss, dass ich einige Awards, Stöckchen, ect erhalten habe, dafür sind einige Artikel in Arbeit, doch wie gesagt, das reale Leben und eine momentane Schreibblockade verhindern momentan, dass ich weitere daran arbeite.

Auch haben sich einige Prioritäten etwas verschoben wie das halt manchmal im Leben so ist. Einfach, dass diejenigen die es betrifft Bescheid wissen warum ich meine Aktivitäten im Internet praktisch auf fast Null reduziert habe.

Aber keine Sorge, mir gehts soweit gut. Nur Müdigkeit und Stress machen mir etwas zu schaffen.

Soweit also noch unter den Lebenden.

Dienstag, 18. November 2008

Wieder ein Spieler

Endlich, bald ist es geschafft, nur noch eine Sitzung und ich kann meinen Spielleiterposten in unserer Gruppe an den nächsten übergeben. Langsam weiss ich auch endlich was ich dann spielen werde, denn der Schwarzmagier reizt mich momentan nicht, der Elf auch nicht wirklich, aber was eine Herausforderung sein dürfte ist der Feldscher. Ein ganz normaler Mensch, kein Magier, nicht von den Göttern grossartig berührt, jemand der sich um das zerfetzte Fleisch kümmert, dass der Fleischwolf des Krieges ausspuckt. Ein Heilkundiger ist in vielen Fällen Gold wert, denn auch ein Magier ist froh wenn er seine Astralkraft nicht anzapfen muss um einen halbgeschnetzelten Helden wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu verwandeln. Auch lässt sich mit so einem immer wieder was dazuverdienen, denn meistens ist das der einzige Arzt den sich das einfache Volk leisten kann. Reich wird man zwar nicht, aber man hat immer wieder etwas Geld in der Tasche und von irgendwas muss ein Abenteurer halt auch Leben.

Aber.....

Da ist ja noch mein Rondrageweihter, erhaben, immer etwas neben sich und in anderen Sphären. Der wäre auch eine Herausforderung, vor allem da ich den noch nicht so oft gespielt habe. Der hätte noch einiges an Entwicklungspotential, vor allem was das Ausspielen seiner doch sehr gegensätzlichen Charaktereigenschaften betrifft. Ich meine von mystisch verklärt und entrückt zu aufbrausend und laut ist es immerhin ein weiter Schritt, vor allem wenn er von einem Augenblick auf den anderen stattfindet. Naja, da er nicht der friedlichste ist passt er gut zur Gruppe, allerdings wird er mit seinem Ehrenkodex der Kriegsgöttin dem einen oder anderen Charakter gehörig auf den Zeiger gehen. Das ist der Stoff aus dem die herrlichsten und vor allem komischsten Geschichten sind.

Hin und her, rauf und runter..

Die Wirtschaft ist ein seltsam Ding, mal erliegt die Masse der Herdenpanik und selbst kleinste Aufträge werden gestoppt aus Angst daran zu verarmen. Und täglich das panische Geschrei von den Börsen, langsam kann ich es nicht mehr hören. Die Schattenseiten der Welt des Kapitals, aber das zeichnete sich schon länger ab. Wenn alle immer nur mehr wollen kann sich das nicht regulieren, denn Gier lässt sich nicht regulieren und selbst wenn sich 99% der Teilnehmer mässigen, es wird, wie Urs Widmer so schön ausdrückte, immer einen geben der sich dann vor Gier aufheulend reinstürzt und die Herde wird folgen. Welch eine Idiotie der Krone der Schöpfung.
Aber das Beste finde ich immer noch, dass die Unternehmen nun staatliche Hilfe wollen, genau diejenigen die staatliche Eingriffe stets abgelehnt und als schädlich bezeichnet haben. Welch eine Ironie.
Wenn nicht die Existenzen Abertausender daran hängen würden, sollte man sie zu Grunde gehen lassen, frei nach dem Prinzip des Wettbewerbs. Aber das kann man ja nicht und eine neue Wirtschaftskrise macht viele nur wieder anfällig für Leute die für komplexe Probleme einfach Lösungen und Sündenböcke anbieten. Ich hoffe, dass kluge Menschen die Zeichen der Zeit erkennen und nun eine Entwicklung stattfindet und nicht einer Neuflage von etwas ewiggestrigem Vorschub geleistet wird.

Sonntag, 16. November 2008

Erinnerungen an einen anderen Kontinent

Afrika, das nicht einfach nur ein Kontinent. Man riecht Afrika mehr, weil die Augen sich überladen an der Schönheit des Landes. Sei es der Fischmarkt in Tanga, oder die salzige Luft an Küste von Pongwe. Doch am meisten ist mir der Geruch der Strasse geblieben, würzig in der Trockenzeit und eine regelrechte Kaskade der Gerüche in der Regenzeit. Man kann es nicht beschreiben, man kann es nur erleben.

Meine Beziehung zu Afrika habe ich sozusagen schon mit der Muttermilch aufgesogen, denn sie wurde im Süden des damaligen Tanganjika geboren zur Zeit des britischen Protektorats. Ihre Kindheit verbrachte sie auf dem schwarzen Kontinent und dementsprechend hat sie sehr viel von den dortigen Kulturen aufgenommen, sei es die britische oder amerikanische, aber auch die afrikanische. Hakuna Matata.
Um ihre Schulbildung abzuschliessen kam sie dann Anfang der 70er in die Schweiz zurück, was für sie ein vollkommener Kulturschock war. Nicht nur das Land war kühler, sondern auch seine Bewohner. Sie empfand die Menschen damals als fremdartig kühl, zurückhaltend und sehr unspontan, selbst Heute fühlen sie gewisse Leute von ihrer Art einfach überrollt. Sehr unschweizerisch halt, aber man kann damit leben.
Naja, irgendwann kam dann die Sache mit meinem Vater und den musste sie natürlich auch den Eltern vorstellen, damals war ein Flugticket auch nicht gerade billiger als Heute, aber sie kratzten genug Geld zusammen und flogen gemeinsam nach Tansania. Mein Vater wurde begutachtet und das nicht nur von seinen künftigen Schwiegereltern, nein, die damaligen Hausangestellten hatten in etwa auch den Status von Familienmitgliedern und auch die wollten mal gucken was für einen Mzungu sich die älteste Tochter von M-Se Klein da an Land gezogen hatte. Vor allem der Koch, Hamissi beäugte den damals jungen Mann sehr kritisch und war sich nicht so sicher ob dieser dünne Mann überhaupt für die junge Dame sorgen konnte.

Ich selber kann mich kaum an den alten Mann erinnern, aber er wohl noch um so besser an mich, denn er hat mich nach einem kleinen Vorfall, bei dem einige Plastikschalen in den Ofen gewandert sind, immer wieder aus der Küche gescheucht. Aber wirklich böse war er mir deswegen nicht, Kinder geniessen eine gewisse Narrenfreiheit, egal welche Hautfarbe sie haben.

Aber wie kam es dazu, dass ich überhaupt eine Verbindung zu diesem Teil der Welt habe?
Eine berechtigte Frage und dazu muss ich etwas ausholen, in der Familiengeschichte stöbern. Über das wie und warum weiss ich nur rudimentär Bescheid, vieles nur aus zweiter Hand, da der Kontakt Anfang des neuen Jahrtausends aufgrund eines Familienstreites abbrach, aber das ist eine andere Geschichte.

Es war zu Beginn der 50er Jahre, mein Grossvater hatte soeben geheiratet, doch die Schweiz bot ihm keine Perspektive. Über Bekannte und fünf andere Ecken herum erfuhr er, dass sie im britischen Protektorat Tanganjika noch fähige Fachleute brauchten und er als Automechaniker erfüllte durchaus die Bedingungen. Durch das Einlegen von diversen guten Worten und Beziehungen wanderte er schliesslich aus und versuchte in Ostafrika sein Glück. Nach der Ankunft trat er seine Arbeit bei der Sisalfaserngewinnung und Weiterverarbeitung an. Er entpuppte sich dort unten als regelrechter Glücksgriff, denn seine Lösungen für die technischen Probleme und seine Improvisationsfähigkeiten waren sondergleichen. Man muss dazu noch sagen, dass er nicht nur ein Improvisationstalent war, sondern auch ein hervorragender Autodidakt, der sich neue Kenntnisse rasend schnell aneignen konnte. So stieg er vom Mechaniker zum Engineer auf und von dort in eine leitende Position. Nach einiger Zeit schmiss er den ganzen Laden und überarbeitete die komplette Infrastruktur mit den primitivsten Mitteln. Doch er begriff im Gegensatz zu den anderen Weissen vor Ort schnell, dass es wichtig war sich in der Landessprache zu verständigen und lernte Suahili, dies ermöglichte ihm auch neue Leute aus der Region anzulernen, sei es für die mechanischen Belange, aber auch für das Büro und die Buchhaltung, Dinge die er sich selber angeeignet hatte und nie darauf ausgebildet worden war.
Aber auch privat ging es aufwärts, denn er konnte sich schon bald ein grosses Haus leisten und betrieb nebenbei Viehzucht und eine Plantage.

Aus dem kleinen Mann aus der Schweiz war eine wichtige lokale Persönlichkeit geworden, denn er war nicht nur der Hauptlieferant für Fleisch, allein seine Einstellung und sein Handeln brachte ihm viel Ansehen. Es war die Art wie er mit den Leuten dort unten umging, er verständigte sich in ihrer Sprache und war nicht korrupt. Auch konnte er viele Dinge durchsetzen und selbst der Armee, Polizei und Regierungsbeamten des späteren Tansania die Stirn bieten, was für Weisse nach der Kolonialzeit nicht selbstverständlich war. So konnte er es sich leisten dem Polizeichef von Lindi an den Kopf zu werfen, dass er ein Halunke sei, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Aber all dies tat er so, dass sein Gegenüber nicht das Gesicht vor den eigenen Leuten verlor, das war ein Umstand den er immer berücksichtigte. Durchsetzen, aber dem anderen das Gesicht und seine Würde wahren lassen. Das brachte ihm bei den Einheimischen grossen Respekt ein, noch mehr als sein Verhalten während der Unruhen vor der Unabhängigkeit. Um die Zeit der Unruhen ranken sich auch noch viele Geschichten, es heisst er wäre dort alleine vor einen bewaffneten Mob getreten. Er hat den Leuten klargemacht, dass sie sie ohne Zweifel umbringen könnten, aber er und jeder andere von den anderen Weissen, die sich hinter ihm im Firmenbüro verschanzt hatten, würden mindestens einen von ihnen mitnehmen. Dann pickte er sich die ängstlicheren aus der Menge heraus und zeigte während dieser Rede auf sie und meinte: einen kann jeder von uns mitnehmen, dass könntest du sein, oder du, usw. In Folge liess man ihn und die anderen in Ruhe, es liegt auch daran, dass der Tansanier von der Mentalität nicht unbedingt ein kriegerischer oder gewalttätiger Mensch ist. Darum erwarteten auch alle Nachbarn Tansanias während des Tansanisch-Uguandischen Krieges, dass Tansania diesen verlieren würde, eben wegen der fehlenden Agression. Aber dieser Wesenszug ist eigentlich auch eine Stärke, denn nicht umsonst ist Tansania, trotz der über 130 verschiedenen Ethnien, eines der stabilsten Länder Afrikas und Konflikte eher unbekannt, von Sansibar mal abgesehen.
Wie dem auch sei, mein Grossvater wurde schon bald zu einem wichtigen Mann, von den Einheimischen M-Se genannt, was soviel heisst wie: "der Alte". Das war praktisch ein Status der Unantastbarkeit.

Es gäbe da noch viele Geschichte zu erzählen, auch unschöne die sich nach seiner Rückkehr in die alte Heimat abgespielt haben. Die Geschichte eines gewalttätigen Machtmenschen, der in einem Umfeld der Gewalt aufgewachsen ist. Leider habe ich selber nur seine Schattenseiten kennengelernt und das wenige Gute hilft nur wenig mein Bild von ihm zu verändern. Aber auch der Rest der Familie ist nicht besser, so weiss man nicht, jedenfalls mein Teil der Familie, ob er in seinen letzten Stunden nicht doch seinen Frieden machen wollte.
Und was bleibt von ihm? Erinnerungen und Fotos und Erzählungen von seinem Leben. Das Bild eines Menschen, der vieles aufgebaut hat, aber zeitlebens an Minderwertigkeitskomplexen litt und ein Kontrollfanatiker war. In Afrika selber überdauerte soviel ich weiss nur etwas, eine Fähre über den Pangani River, die er aus Altmetall und Schrott zusammenbaute. Es ist die einzige die noch funktioniert und selbst Heute überquert sie noch den Fluss.

Winterzeit

Der Winter ist für mich als Sonnenmensch eher schwer zu ertragen, was aber nicht heisst, dass ich ihn nicht mag. Im Gegenteil, eine verschneite Landschaft hat wirklich etwas wahnsinnig schönes und auch ein winterlicher Wald bei Nacht. Eine wirklich ehfrucht gebietende Stille, beinahe das Fehlen jeglichen Lebens. Am eindrücklichsten war diese Erfahrung an unserem Mittwinterritual, das wir in der Nacht des kürzesten Tages feierten.

Gibt sogar noch ein Video davon, als unser Schlafloser, jedenfalls war er es damals noch, das Ritual mit seinem Horn einleitete.




Ansonsten ist der Winter die Zeit, wo meine Kraft sich zur Ruhe legt, wo mein Geist müde und träge wird. Wie eine Art Kräftezerfall. Das zeigte sich schon früh, sei es in der Schule oder auch privat. Dunkelheit und Kälte tun mir in gewisser Weise nicht gut. Also Geist und Seele ruhen, meistens jedenfalls, dennoch schätze ich dieses Innehalten enorm, geniesse die Ruhe und schliesse mit dem Jahr ab.