Freitag, 8. Mai 2009

Der biometrische Pass und der gläserne Bürger

Am 17. Mai ist es wieder soweit, wieder einmal werden wir zur Urne gerufen um über ein Bündel von Volksinitiativen und Referenden, ect zu befinden. Wahlmöglichkeit Ja oder Nein.

Neben einigen dieser Dinge, über die abgestimmt werden soll, befindet sich der sogenannte biometrische Pass und genau dieser könnte zu einer Zitterpartie werden. Überwachung kommt nirgends gut an, Datensammelstellen um so weniger. Vor allem für was denn bitte? Der Pass soll fälschungssicherer werden? Na toll und dafür soll ich meine Daten hergeben? Ausserdem hat sich gerade vor einigen Tagen herausgestellt, dass der Pass....äh....doch nicht so ganz sicher ist.
Das alles wäre alles nicht so schlimm, wenn man dem Bürger nicht die Wahlmöglichkeit nehmen würde, bis anhin hatte man die nämlich. Ich mag mich erinnern, ich gehe aufs Gemeindamt um meinen neuen Pass zu beantragen, die obligatorische Frage: "biometrischer oder den bisherigen?" beantworte ich mit: "den bisherigen natürlich." Worauf mir der Gemeindeangestellte mit einem Grinsen sagt, dass den "neuen" bis jetzt kaum jemand haben wolle. Hm, wird er jetzt darum zur Pflicht weil ihn keine Sau will? Weil das mit Schengen, ect, das dünkt mich stark vorgeschoben und alibimässig.
Wie dem auch sei, ich bin froh das solche Änderungen nicht einfach über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden werden können, sondern dass man da was dagegen machen kann. Und wenns halt soweit ausartet, dass eine Abstimmung zum Zankapfel wird oder sogar abgelehnt wird, letztendlich ist es der Wille des Volkes.

Dienstag, 5. Mai 2009

Immer im Fluss

Nach all den Unsicherheiten des letzten Jahres scheint sich nun das Umfeld in meinem Leben langsam zu stabilisieren. Ein sicherer Job, bei eventuellem Abgang wieder ein Anspruch auf Arbeitslosengeld, der Körper rappelt sich auch langsam wieder auf und die privaten Projekte scheinen auch wieder auf sichererem Boden zu stehen, als auch schon.

Vor allem das Forum bereitet mir Freude, nach den langen Wirren scheint die Ruhe, die wir alle geniessen, dauerhaft zu sein. Wir können viele Rückkehrer begrüssen und viele der eingetragenen lassen sich nun auch wieder öfters sehen und melden sich zu Wort. Langsam deckt es sich mit meinen Vorstellungen, eine stabile Community, begründet auf gegenseitigem Respekt, die auf bestem Weg ist sich wieder selber zu tragen. Nach all den Fehlern die ich und andere gemacht haben scheint es doch endlich gut zu werden, denn die Mods sind nun nicht mehr die Entertainementkasper die sozusagen für Themen sorgen müssen und in einem 24/7 Verhältis ins Team eingebunden sind. Wir sind schliesslich kein Unternehmen im Sinne einer Firma, sondern schlussendlich ein Zusammenschluss gleichgesinnter, die mit dem nötigen Engagement anderen Leuten im Netz den Raum für ihre Gedanken und deren Austausch geben wollen.
Bei diesem doch mittlerweile wichtigsten Projekt sind wir nun einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Es wird nun richtig konkret und gestern habe ich Nägel mit Köpfen gemacht.
Ich freue mich jetzt schon darauf es bald allen mitteilen zu können.

Im Job geht es derweilen recht gut von der Hand, ich werde wohl bald zum Spezialisten wenn es darum geht sich mit dem Zoll und den Logistikunternehmen rumzuschlagen. Auch wenn gewisse Abläufe noch erst richtig gefestigt werden müssen, so bin ich zuversichtlich und freue mich darauf weitere Dinge zu lernen.

Montag, 4. Mai 2009

Und noch mehr Post von den grünen Jungs

Es war an einem Frühlingstag vor vier Jahren, ich stand am Ende meiner Ausbildungszeit und war gerade fleissig dabei für meine Abschlussprüfung zu lernen. Papa Staat erinnert sich plötzlich daran, dass es mich noch gab und das ich seit drei Jahren keinen Dienst mehr gemacht hatte. Ich bekam eine Einladung, doch oh Weh, genau während meiner Abschlussprüfung, das war gar nicht gut. So schrieb ich dann einen freundlichen Brief und bat um Verschiebung meines Dienstes, da mein Berufsabschluss nun meine voll Aufmerksamkeit benötigte. Nach einigem hin und her wurde meinem Gesuch entsprochen und ich konnte die Prüfungen zu meiner Zufriedenheit absolvieren.

Soweit die Geschichte.....

Heute lag im Briefkasten, hergetragen von des Amtes Schimmel, ein Brief mit staatlichem Wappen. Sogleich zerrissen das Couvert und ausgepackt. Darin befand sich die Rechnung für mein Nichterscheinen zum Dienst. Die Höhe des Betrages war nicht schlimm, hatte ich doch durch meine bisherige Dienstzeit rund 20% Rabatt. Es war eher die Zeit die verstrichen war, bis die Rechung ihren Weg aus dem Drucker fand......

Die Rechnung zurück ins Couvert gestopft und lachend und kopfschüttelnd erklomm ich die Stufen zu meinem Heim.

ENDE

Ohhh ohh in the army now




Ich kann nicht sagen das ich Luftsprünge mache wenn irgendein unscheinbares Couvert mit unserem Staatswappen den Weg in meinen Briefkasten findet. Meist befindet sich darin ein Marschbefehl (Umgangssprachlich wird das M vorne weggelassen, weil man wieder drei Wochen lang selbiger ist) und ein paar Hintergrundinfos über das diesjährige Unterhaltungsprogramm. Klingt doch soweit nach fröhlichem Pfadfinderlager, weit gefehlt, Pfadfinder haben mehr Eigenverantwortung als Soldaten, haben keine Munition und sind organisiert. Und es ist genau letzteres was diese drei Wochen so problematisch macht. Wenn die Linke Hand nicht weiss was die Rechte tut, wieder mal alles so schön im Chaos endet und man sich dann leise fragt in welchem Irrenhaus man hier denn wieder gelandet ist.

Aber dieses Jahr werde ich zum zweiten Mal in meinem Leben das Gefühl haben in Grün was sinnvolles zu Tun. Laut den zugesandten Unterlagen werden wir körperlich und geistig handicapierten Menschen die Gelegenheit geben für zehn Tage ihre Krankheit oder den Alltag im Heim zu vergessen. Vor allem ist es sehr entspannend wenn dann in solchen Fällen die Leute mit Fachkompetenz in den Vordergrund rücken und sich diejenigen zwar den Dienstgrad, aber keine fachliche (oder keine andere als sinnfreie Befehle brüllen und sich aufblähen) Kompetenz haben, sich brav in den Hintergrund verziehen. Ich mag mich noch gut erinnern wie alle unsere Medizinmänner, Pflegefachleute und Seelsorger (inklusive Feldprediger), dem Kommandanten aufs Dach gestiegen sind. Das Fussvolk hätte nach acht Stunden Knochenjob, mit Menschen die nicht gerade alltäglich sind und so manchen der es nicht gewohnt ist überfordern können, für weitere acht Stunden zu Übungen und Drill herangezogen werden sollen. Wie gesagt, alles Was Rang und Fachkompetenz hatte stieg denen aufs Dach und das nicht zu knapp. Das Hauptargument war: wenn Qualität und Qualität gewährleistet bleiben sollen, dann muss das Personal, dass sich um die Leute kümmert und grösstenteils nicht vom Fach ist, die Möglichkeit haben abzuschalten und sich zu erholen. Während irgendwelcher sinnfreien Übungen, sprich herumgeballere und anderem Mist der nicht primär unser Auftrag ist, sich da eher negativ auswirken wird.

Das war eines der ersten Male, dass wirklich Leute mit Hirn über die starren Regeln triumphiert haben, ausserdem wurden wir, dank der Sonderbefugnisse des Feldpredigers, auf einer Wiese abseits der Unterkunft zusammengerufen und nach unserer Meinung und unserer Einschätzung des Ganzen gefragt. Mich hat damals fast der Schlag getroffen.
Immerhin, wir kriegten die Möglichkeit uns zu entspannen, durften sogar das Sportangebot in der Feriendorfanlage frei Nutzen um unsere Batterien wieder aufzuladen. Denn so eindrücklich und wirklich schön die Arbeit mit diesen Menschen auch war, es war auch anstrengend.

Letztes Jahr haben wir leider unser Führungspersonal nicht gerade von der kompetenten Seite kennengelernt, aber die Fachleute haben wir immer noch und ich hoffe sie können sich diesmal genau so gut gegen die Inkompetenz und gegen den Schwachsinn in Grün durchsetzen wie damals.